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SCHNELLTESTS

Sinn und Unsinn von Coronatests für Jedermann – Wie bekommt man ein verlässliches Ergebnis?

Seit dem Sommer gehören sie für uns dazu: Corona-Tests. Spätestens seitdem sich Urlaubsdestinationen während des Aufenthaltes dort in Risikogebiete verwandelten und wir bei der Einreise in Deutschland am Flughafen oder auf Grenzautobahnen verpflichtet waren, uns testen zu lassen, waren sie in den Köpfen der Gesellschaft angekommen. Nachdem zuerst nur an den Flughäfen oder Bahnhöfen Testzentren für Urlaubsrückkehrer standen, und Patienten bei Aufnahme ins Krankenhaus getestet wurden, öffneten nach und nach eine Vielzahl auch privater Testzentren. Dies blieb nicht ohne Kritik. „Die nehmen denen, die sie benötigen die Testkapazitäten weg!“ oder „die Tests sind viel zu unsicher“ war zu hören und zu lesen. Doch stimmt das wirklich? Wie sinnvoll sind Tests für jedermann und was können sie leisten?

Zunächst zur wohl moralischsten Frage:

Stimmt es, dass die Schnelltests, die von privaten Testzentren gekauft werden, denen fehlen, die sie dringend brauchen wie Alten- oder Pflegeheimen?

Dies kann man klar verneinen. Zu Beginn der Pandemie waren die Tests knapp, schließlich mussten alle neu entwickelt und zugelassen werden. Mittlerweile ist das Angebot jedoch so riesig, dass es riesige Lagerbestände gibt. In Alten- und Pflegeheimen stehen jedem Bewohner 30 Tests pro Monat zu und diese Menge ist problemlos zu beschaffen. Die Problematik liegt dort eher im Aufwand der Testungen und dem oft knappen Personal.

Kommen wir zur nächsten wichtigen Frage:

Was gibt es überhaupt für Tests und wie sicher sind die Ergebnisse? ​

​PCR-Tests (Polymerase-Chain-Reaction)
Die PCR wird in der Medizin als Goldstandard bezeichnet. Das bedeutet, für Mediziner ist das der bevorzugte, weil bewährteste Test. Man bezeichnet ihn auch als direkten Test, da er das Virus selbst nachweist. Bei diesem Test wird das Erbgut des Virus isoliert, die sogenannte RNA. Sie ist nicht mit der DNA zu verwechseln, auf der bei allen Lebewesen das Erbgut kodiert ist. Im Gegensatz zur RNA, die im Grunde aussieht wie ein einzelner Spiralstrang, liegt die DNA immer als Doppelstrang vor.

Nun binden sogenannte Primer an die RNA, an eine bestimmte Sequenz der Codierung, die bekannt ist. Von dort aus kann die Polymerase, ein Enzym, eine Kopie der RNA anfertigen. Dies wird in einem komplexen Prozess mehrfach wiederholt und die Masse der neu entstandenen RNA-Stränge kann abgelesen werden. Dadurch, dass die Primer an eine virusspezifische Sequenz der RNA binden, und nur dann Kopien erstellt werden können, wenn auch wirklich Virus vorhanden ist, ist das Ergebnis sehr sicher, es gibt praktisch keine fälschlicherweise positiven Ergebnisse.

Und weil die Maschine schon sehr kleine Mengen Virus exponentiell replizieren kann, ist auch die Sensitivität, das heißt die Sicherheit, dass das Virus entdeckt wird, auch wenn nur wenig vorhanden ist, sehr hoch.

Der gesamte Prozess findet in einem Labor statt. Daher muss die Probe nach der Entnahme mittels Abstriches ins Labor gebracht, und einzeln vorbereitet werden, bevor sie in die Maschine gegeben werden kann. Deshalb ist der Zeitfaktor hier hoch, in der Regel liegt das Ergebnis nach etwa 12-48h vor, je nach Kapazität des Labors.

dnarna | Bürgertest, Schnelltest & PCR-Test | Medicare Covid-Testzentrum

Kommen wir zur nächsten wichtigen Frage:

Was gibt es überhaupt für Tests und wie sicher sind die Ergebnisse? ​

​PCR-Tests (Polymerase-Chain-Reaction)
Die PCR wird in der Medizin als Goldstandard bezeichnet. Das bedeutet, für Mediziner ist das der bevorzugte, weil bewährteste Test. Man bezeichnet ihn auch als direkten Test, da er das Virus selbst nachweist. Bei diesem Test wird das Erbgut des Virus isoliert, die sogenannte RNA. Sie ist nicht mit der DNA zu verwechseln, auf der bei allen Lebewesen das Erbgut kodiert ist. Im Gegensatz zur RNA, die im Grunde aussieht wie ein einzelner Spiralstrang, liegt die DNA immer als Doppelstrang vor.

Nun binden sogenannte Primer an die RNA, an eine bestimmte Sequenz der Codierung, die bekannt ist. Von dort aus kann die Polymerase, ein Enzym, eine Kopie der RNA anfertigen. Dies wird in einem komplexen Prozess mehrfach wiederholt und die Masse der neu entstandenen RNA-Stränge kann abgelesen werden. Dadurch, dass die Primer an eine virusspezifische Sequenz der RNA binden, und nur dann Kopien erstellt werden können, wenn auch wirklich Virus vorhanden ist, ist das Ergebnis sehr sicher, es gibt praktisch keine fälschlicherweise positiven Ergebnisse.

Und weil die Maschine schon sehr kleine Mengen Virus exponentiell replizieren kann, ist auch die Sensitivität, das heißt die Sicherheit, dass das Virus entdeckt wird, auch wenn nur wenig vorhanden ist, sehr hoch.

Der gesamte Prozess findet in einem Labor statt. Daher muss die Probe nach der Entnahme mittels Abstriches ins Labor gebracht, und einzeln vorbereitet werden, bevor sie in die Maschine gegeben werden kann. Deshalb ist der Zeitfaktor hier hoch, in der Regel liegt das Ergebnis nach etwa 12-48h vor, je nach Kapazität des Labors.

Antigentests

Diese werden meist als Schnelltest bezeichnet, weil das Ergebnis bereits nach 15-20 Minuten abzulesen ist. Es handelt sich um einen indirekten Nachweis, weil nicht das Virus selbst, sondern seine Bildung an Antikörper sichtbar gemacht wird. Antikörper sind Markierungen, die vom Immunsystem gebildet werden, wenn ein Eindringling (Antigen genannt) erkannt wird. Diese Antikörper binden an das Antigen – in unserem Falle an das Virus- und können es nun Zellen des Immunsystems präsentieren, die es unschädlich machen können.

Bei den Antigentests in den Testzentren wird die Probe des Patienten, die ebenfalls durch einen Abstrich im Nasen-Rachen-Raum entnommen wird, in einer Flüssigkeit ausgewaschen. Diese Flüssigkeit tropft man dann, ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest, auf eine kleine Testkassette mit Sichtfenster. An einer definierten Stelle im Sichtfenster sind Antikörper vorhanden. Wenn also in der Patientenprobe Virusantigen vorhanden ist, bindet das an die Antikörper auf dem Teststreifen und es entsteht ein sichtbarer Strich.

Diese Antikörper sind relativ spezifisch, es kann jedoch immer wieder zu „Kreuzreaktionen“ kommen, also Bindung an ähnlich aussehende Strukturen. Das führt dann zu falsch positiven Ergebnissen, also positiven Tests bei eigentlich virusfreien Patienten.

Da das Virus bei dieser Testmethode nicht vervielfältigt wird, ist eine gewisse Mindestmenge an Virus erforderlich. Es kann also sein, dass ein Test negativ ist, obwohl im Patienten Virus vorhanden ist, einfach weil es sich im Körper noch nicht genug vermehrt hat. Das wäre dann ein falsch negatives Ergebnis. Die Sensitivität, also die Sicherheit, mit der das Virus erkannt wird, wenn es vorhanden ist, ist dabei bei asymptomatischen Patienten geringer als bei symptomatischen Patienten. Ebenso kann das Ergebnis falsch sein, wenn der Test von ungeschultem Personal falsch durchgeführt wird, weil z.B. der Abstrich falsch entnommen wird oder der Test nicht korrekt ausgeführt wird.

antigen | Bürgertest, Schnelltest & PCR-Test | Medicare Covid-Testzentrum

Antikörpertest

Diese Tests weisen mithilfe einer Blutprobe, oft nicht mehr als bei einem Blutzuckertest, Antikörper nach. Diese können entweder vorhanden sein, weil der Patient bereits mit dem Virus identifiziert war, oder weil er geimpft wurde. Bis Antikörper gebildet werden, dauert es allerdings eine Zeit, im Schnitt etwa 14 Tage ab dem Zeitpunkt des Kontaktes mit dem Antigen. Das bedeutet, dass dieser Test zwar Aufschluss geben kann, ob eine gewisse Immunität besteht, für die Eindämmung der Pandemie ist dies allerdings weniger geeignet. Schließlich sind die Patienten, bei denen aufgrund einer Infektion Antikörper nachweisbar sind, bereits nicht mehr ansteckend, wenn der Test anschlägt.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass der PCR-Test der sicherste Test ist, jedoch am längsten dauert. Antigenschnelltests sind zwar unsicherer, liefern dafür aber sehr schnell Ergebnisse. Und da trotz hoher Inzidenzraten der Großteil der Bevölkerung negativ ist, fallen die falsch negativen Ergebnisse nicht so sehr ins Gewicht. Eine Beispielrechnung mit den aktuell in Köln verwendeten Testwerten und den Infektionszahlen vom 28.01. macht das sehr deutlich. Das Risiko, trotz eines negativen Schnelltestes mit dem Coronavirus infiziert zu sein beträgt etwa 0,004%, wenn die angegebenen Werte für Sensitivität und Spezifität zugrunde gelegt werden. Das gilt natürlich nur, wenn die Abstrichentnahme und Aufbereitung korrekt durchgeführt wurde. Andersrum beträgt die Wahrscheinlichkeit, bei positivem Schnelltest tatsächlich infiziert zu sein nur 9,2%. Das verdeutlicht nochmals, das ein positiver Schnelltest auf jeden Fall durch eine PCR kontrolliert werden muss und dass der Test nur von geschultem Personal durchgeführt werden sollte, um belastbare Ergebnisse zu erzielen.

Nun gibt es also die Möglichkeit für jeden, der das möchte, sich testen zu lassen. Macht das jedoch überhaupt Sinn? Zu welchem Zeitpunkt ist ein Test sinnvoll? 

Um die Frage zu beantworten muss man sich genauer anschauen, was bei einer Infektion passiert. Wenn das Virus in den Körper gelangt, beginnt es, sich zu vermehren, indem es unsere Zellen zur Herstellung neuer Virusproteine nutzt. Bis die Menge an Virus ausreichend ist, um Symptome auszulösen, vergehen etwa 5-6 Tage. Das nennt man die Inkubationszeit. Etwa zwei Tage bevor sich Symptome zeigen, ist die Ansteckung anderer Personen möglich. Und ab diesem Zeitraum etwa kann auch ein Antigentest das Virus nachweisen. Ein PCR-Test kann schon eine geringere Menge an Virus nachweisen, und ist so möglicherweise einen Tag früher schon positiv.

Daraus lassen sich drei Dinge ableiten:

1.Erst ungefähr 3-4 Tage nach der Infektion können die Tests reagieren. Das bedeutet, wenn man die Sorge hat, sich angesteckt zu haben, macht es keinen Sinn, sich am nächsten Tag testen zu lassen. Stattdessen sollte man sich in die Selbstisolierung begeben und 5 Tage nach dem möglichen Infektionsereignis einen Test machen lassen.

2.In der Inkubationsphase kann ein Test negativ sein, obwohl man sich schon mit dem Virus infiziert hat. Ein negatives Testergebnis bedeutet also nur, dass man zum Testzeitpunkt nicht so viel Virus in Nase oder Rachen hat, dass man ansteckend ist. Am Folgetag kann sich das bereits geändert haben, deshalb sollte man sich auch nur am Tag des Testes auf das Ergebnis verlassen.

3.Wenn Symptome bestehen, ist die Virusmenge in der Regel ausreichend, damit auch Antigenschnelltests anschlagen. Wenn man also aufgrund von Symptomen besorgt ist, Covid-19 zu haben, ist ein Test ebenfalls sinnvoll. Um dabei seine Mitmenschen nicht zu gefährden sollte man die öffentlichen Verkehrsmittel meiden, eine gutsitzende FFP2-Maske tragen und den kürzesten Weg wählen. Wer kann, bleibt am besten einfach ganz zu Hause und kuriert sich aus, statt sich zum Testen in die Stadt zu begeben.

Bieten private Testzentren einen Mehrwert?

Um einen Test beim Arzt machen zu lassen, muss der Patient nicht nur einen Termin machen, sondern dann muss der Arzt auch noch überzeugt sein von der Notwendigkeit eines Corona-Tests. Anders als in den privaten Testzentren muss nämlich damit ein Arzt einen Test veranlasst ein medizinischer Grund vorliegen. Und der Besuch bei der Oma oder eine Urlaubsreise oder ein Büromeeting sind eben keine medizinischen Gründe. Diese Hürde besteht bei privaten Zentren nicht. Das führt dazu, dass das Risiko bei nicht notwendigen Kontakten wenigstens reduziert werden kann, wenn schon nicht auf den Kontakt selber verzichtet werden kann, indem man sich vorher testen lässt.​

Arztpraxen können entsprechende medizinisch nicht notwendige Anfragen umleiten, ohne groß zu diskutieren, warum ausgerechnet in diesem Fall der Test trotzdem „ganz dringend nötig“ ist. So können auch gefährdetere Personen, die sich vielleicht in einer Arztpraxis aufhalten, weil sie krank sind, geschützt werden.

Zuletzt darf nicht unterschätzt werden, wie viele Fragen durch Personal in Testzentren beantwortet werden. Fragen, die dann eben nicht an niedergelassene Ärzte oder das Gesundheitsamt gerichtet werden müssen, Stellen, die auch ohne diese zusätzlichen Fragen teilweise schon am Rande ihrer Kapazitäten arbeiten. Und auch wenn vor allem die positiven Schnelltests nicht sehr aussagekräftig sind, werden alle positiv getesteten Personen bis zu einem negativen PCR-Abstrich in Quarantäne geschickt. Dadurch werden auch die tatsächlich positiv getesteten aus dem Verkehr gezogen.

Wer hat Anspruch auf einen Corona-Test und muss ihn nicht selber zahlen?

  • Während bei privatem Interesse wie etwa, wenn man jemanden besuchen möchte oder in den Urlaub fliegt, ein Test selber gezahlt werden muss, werden unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für einen PCR-Test übernommen. Im Folgenden findet sich eine Auflistung, die jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt:
  • Personen, bei denen aufgrund von Symptomen ein Arzt entscheidet, dass ein Test notwendig ist
  • Kontaktpersonen 1. Grades
  • Personen in Gemeinschaftseinrichtungen, in denen ein Coronafall vorliegt (z.B. Schulen, Kitas, Flüchtlingsunterkünfte, Gefängnisse)
  • Personen, die in Kranken- oder Pflegeeinrichtungen arbeiten, (zeitweise) untergebracht sind, wenn ein Ausbruch in besagter Einrichtung stattgefunden hat
  • Personen vor Aufnahme in eine ambulante oder stationäre Versorgungseinrichtung
  • Personen, die einen positiven Schnelltest haben
  • Personen, deren Corona-Warn-App eine rote Risikomeldung zeigt
  • Lehrer oder andere Arbeiter im öffentlichen Dienst, die ein Schreiben ihres Arbeitsgebers bekommen haben

Fazit

Corona-Testzentren machen Tests leichter zugänglich und können so mithelfen, die Pandemie einzugrenzen. Außerdem entlasten sie das Gesundheitssystem, indem Fragen und Sorgen der Patienten adressiert werden.

Wenn Antigenschnelltests korrekt durchgeführt werden, haben sie trotz der geringeren Sicherheit als PCR-Tests durchaus einen Stellenwert, da sie die Infektiosität anzeigen und teilweise asymptomatische Infizierte erkennen, die ansonsten nichts von ihrer Infektion wüssten.